Mittwoch, 10. August 2011

Gedanken zum Geschehen in England

Zum Nachdenken - von mir unkommentiert - einfach hier eingestellt.





                                                   Fotos dpa (allgemeine Nachrichten)

Zitat:



London brennt! Brennt London? Ja, aber nicht nur. Es brennt das Feuer der Veränderung. Das Feuer der Erneuerung. Es ist ein Feuer der Befreiung. Ich will nicht der Gewalt das Wort reden, nicht dem Terror den Teppich legen. Ich will aber auch nicht dem Mainstream gehorchen und von ein paar Verwirrten reden, die nicht wissen was sie tun und schon gar nicht, warum sie es tun. Ich will mich nicht mit ...oberflächlichen Erklärungen, wie Jugendarbeitslosigkeit, Immigrationsproblematik usw. abspeisen lassen. Das sind nur kleine Zutaten einer Ladung mit gewaltiger Sprengkraft. Es ist auch nicht der Schrei nach Freiheit im Norden Afrikas. Es ist mitten unter uns. Und wir haben lange, zu lange die brennende Lunte nicht sehen wollen. Diese Feuerwalze hat viel mehr in Brand gesetzt, als nur ein paar Häuserzeilen. Sie hat vor allem das Feuer der Hoffnung auf Gerechtigkeit auflodern lassen. Das Feuer in den Herzen junger Menschen, die im Bermuda-Dreieck von Macht, Gier und Gewalt nicht verloren gehen wollen. Deshalb ist ihre Antwort geprägt durch Gewalt, Gewalt gegen Gewalt. Geprägt durch die Macht der Strasse gegen die Macht der Mächtigen. Geprägt durch Gier nach Selbsterfüllung gegen die Gier nach Milliarden.

Wir haben über Jahrzehnte Systeme aufgebaut, in welchen nur die Tüchtigen und Besten wirtschaftlichen Erfolg haben konnten. Wir haben Glück und Erfolg nur noch in Relation zu wirtschaftlichem Ertrag gesehen. Jeder musste der Beste und Erste sein. Der Stärkste und Oberste. Aber egal wie gross eine Gruppe auch immer sein mag, es kann nur einen Ersten geben, alle anderen sind nur Zweiter . Es kann immer nur einen Gewinner geben, alle anderen sind Verlierer. Es kann nur einen Stärksten geben, alle anderen sind Schwächlinge. Es kann nur einen Obersten geben, alle anderen sind unten. Über viele Jahre haben diese Systeme ihren Sinn gehabt. Wir haben dadurch Voraussetzungen geschaffen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder seinen Platz hätte finden können.

Was aber ist daraus entstanden. Es entstanden Systeme, in welchem ganz wenige unvorstellbar reich und mächtig wurden, während alle anderen ärmer und ohnmächtiger wurden. Es entstanden Systeme, in welchen Glück und Zufriedenheit nur in der Werbung stattfindet oder allenfalls in Hollywood. Pretty Women wurde aber nur eine einzige Frau, andere verschwanden unter einer Burka. Auch an Nespresso-Geräten wurde nur ein Mann zum Star, andere sammeln leere Kapseln um ihren Kindern ein Überleben zu ermöglichen. Die Pharmaindustrie schüttet unanständige Saläre aus, während Mütter sich mit unanständiger Arbeit ein Zubrot verdienen müssen, um Krankenkassenprämien zu zahlen. Machen wir uns aber nichts vor. Wir alle sind Teil dieses Systems. Wir haben es miterschaffen, mitgestaltet und auch mit geschehen lassen. Wir sind Mitspieler auf diesem Schachbrett. Wir haben uns selber an die Strippen gebunden. Wir haben die Strippenzieher zu lange bewundert und vergöttert. Wir sind Väter und Mütter dieser Kinder. Wir sind Kinder dieser Väter und Mütter. Es geht schon lange nicht mehr um Schuldzuweisungen, dafür ist es zu spät. Es geht um Erkennen, um Bewusstsein für unser künftiges Denken und Handeln.

Selbst Religionen haben keine Antworten mehr. Worauf auch? Sie haben sich seit Jahrhunderten nicht mehr hinterfragt. Seit Generationen drehen die etablierten Religionen mit am Rad der Mächtigen und Gierigen. So sind sie selber zum Teil des Systems geworden. Teil von Systemen die alles menschliche pervertieren und trotzdem so menschlich sind, weil sie von Menschen geschaffen wurden.

Viele werden wissen, wann sie sich ducken müssen, um sich von der Feuerwalze überrollen zu lassen. Aber dann können wir wieder aufstehen und aus den Ruinen etwas Neues aufbauen. Etwas Neues, was in unseren Herzen lodert. Etwas Neues, was im Grunde genommen alles andere als neu ist. Eine Gesellschaft in welcher wir so sein können wie wir tatsächlich sind, und nicht sein müssen, wie man von uns will.


von Bertrand Cézoé auf den Punkt gebracht.
(gesehen auf Facebook)
https://www.facebook.com/#!/cezoe?sk=info
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Gruß Hanne