Montag, 26. August 2013

Einfach glücklich sein - Buch von Pierre Franckh -

Dieser kleine Auszug aus einem Buch von Pierre Franckh hat mich sehr angerührt.
Ich möchte Euch den nicht vorenthalten.
Ich denke jeder von uns hat solche kleinen Schätze zu Hause und findet sie zu schade um sie zu benutzen.
Vielleicht hilft nachstehende Geschichte uns Allen bestimmte Dinge in Zukunft etwas anders zu empfinden.
 
 
Text: Pierre Franckh
Auszug aus dem Buch "Einfach glücklich sein"
 
 
TAGESBOTSCHAFT : : :
Streiche Begriffe wie „irgendwann“ und „eines Tages“ aus deinem Wortschatz

Als vor fast dreißig Jahren der Bruder meines Vaters starb, bat mich mein Vater, ihn zu begleiten, um ihm zu helfen, alles Nötige zu regeln. Es waren traurige Tage, an denen mein Vater feststellen musste, dass er und sein Bruder sich viel zu wenig gesehen hatten.

Trotz aller Trauer mussten wir seinen Hausstand auflösen, der noch gar nicht darauf vorbereitet gewesen war. Tassen warteten auf den abendlichen Abwasch, die Bettdecke im Schlafzimmer war noch zerknüllt, bereit, wie jeden Abend wieder benutzt zu werden.
Der Anrufbeantworter voller Mitteilungen, die mein Onkel nicht mehr abhören konnte, die Post nur halb geöffnet und zur Beantwortung bereitgelegt, ungelesene Zeitungsausschnitte, fein säuberlich gestapelt, eine Schreibmaschine, in der ein halb beschriebenes Blatt steckte.

Der Hausstand ließ erkennen, dass hier ein Leben nicht darauf vorbereitet gewesen war, so plötzlich beendet zu werden.

Und dann entdeckten wir etwas Erstaunliches. In einer Vitrine, fanden wir – eingepackt und gut verstaut – wunderschönes Geschirr und außergewöhnliche Kristallgläser, die mein Onkel ganz offensichtlich nie benutzt hatte.
Sie waren einfach zu schön für den täglichen Gebrauch. Stattdessen hatte mein Onkel jeden Tag von einem ganz gewöhnlichen Geschirr gegessen, das vom steten Gebrauch schon ganz abgenutzt war, und seinen Wein aus unauffälligen, gewöhnlichen Bechern getrunken, weil die Angst vor dem Verlust eines seiner schönen Kristallgläser wohl zu groß gewesen war.

Die Gläser haben meinen Onkel überlebt.
Unversehrt, aber auch unbenutzt. Er hatte sie für einen besonderen Tag aufgehoben, für einen besonderen Anlass, der nie eingetroffen ist.
Jeden Tag zu einem besonderen zu machen, sich selbst jeden Tag mit dieser Schönheit zu beschenken, war er es sich offenbar nicht wert gewesen.
Mich machten die ein Leben lang unbenutzten Gläser ziemlich traurig. Mein Vater dagegen schien sich damals nicht besonders zu wundern.

Als mein Vater Jahre später bei einem Autounfall starb, half ich erneut mit, seinen Nachlass zu regeln. Und fand die wunderschönen Gläser wieder. Sie waren noch immer eingepackt und all die Jahre weiterhin unbenutzt geblieben.

Auch bei meinem Vater hatten sie auf einen besonderen Anlass gewartet, der auch für ihn nie eingetroffen war.
Und so wanderten die Gläser, weiterhin unausgepackt, mit der letzten Frau meines Vaters auf ein Schiff nach Portugal. Ich nehme an, dass sie auch dort einen sicheren Platz im hintersten Eck einer Vitrine gefunden haben. Unbenutzt, zu schön für den täglichen Gebrauch.

Diese Gläser sind gemacht worden, damit man aus ihnen trinken kann und wir Freude an ihnen haben sollen. Aber irgendetwas in uns sagt uns offenbar, dass wir dessen nicht wert sind, dass wirklich schöne Sachen nur selten und nur zu besonderen Zeiten benutzt werden dürfen.

Ich glaube, wir alle kennen Menschen, die feinste Pralinen für den besonderen Tag vertrocknen lassen, Schmuck niemals anlegen, weil der besondere Anlass einfach nicht kommen mag, die guten Schuhe niemals tragen, die besondere Zigarre niemals rauchen.

Eine Bekannte von mir hatte auf ihrem wunderschönen, neu gekauften Sofa eine alte verschrubbelte Decke, damit sich das Sofa nicht so abnutzte.
Sie besaß also ein schönes Sofa, das sie unter einer alten gebrauchten Decke versteckte. Für einen ganz besonderen Moment. Falls irgendwann einmal erlesene Gäste ihre Behausung aufsuchen würden. Ich jedenfalls war kein solcher Gast. Auch sie selbst war in ihrem eigenen Zuhause kein würdiger Gast. Sie war es sich nicht wert, ihr eigenes Sofa zu benutzen.

Ich habe aus all dem gelernt. Ich überlegte mir, was ich alles besaß und nicht benutzte, weil es für den täglichen Gebrauch angeblich zu gut sei. Ich war überrascht, wie viele Dinge mir einfielen.

Ich wollte nicht, dass meine Nachkommen kostbare Dinge von mir eingepackt und unbenutzt in irgendwelchen Schränken finden würden. Ich nahm mir fest vor, all meine kostbaren Dinge zu überleben.
Und so begann ich alles, was mein Auge erfreute, zu benutzen. Nichts war mehr zu schade, nichts zu schön, nichts zu kostbar. Und plötzlich spürte ich, wie viel Freude und Glück mir das bereitete. Ich war es mir wert. Ich war es mir wert, kostbare Dinge zu benutzen.

Den Schuhen meines Vaters entwachsen, aus den Fängen meiner Erziehung befreit, spürte ich, wie wundervoll es war, sich die Freiheit zu gönnen, sich selbst als wertvoll genug zu betrachten.

Warte nicht darauf, dass kostbare Dinge dich überleben.

➢ Sei es dir einfach wert, sie zu benutzen. Und weil du es dir wert bist, wird dein Leben wertvoll.

➢ Bewahre nichts für einen besonderen Tag auf. Jeder Tag ist ein besonderer Tag, wenn du ihn dazu werden lässt. Lass es dir jetzt gut gehen.

➢ Unternimm die heiß ersehnte Reise so bald als möglich und nicht erst dann, wenn du genug Zeit, aber nicht mehr die Gesundheit dazu hast.

➢ Teil deiner Familie und deinen Freunden lieber gleich mit, wie wichtig sie in deinem Leben sind und wie sehr du sie liebst. Lebe deine Liebe jetzt und warte nicht auf morgen.

➢ Jeder Tag ist etwas Besonderes. Jede Minute ist etwas Besonderes. Jede Sekunde ist etwas Besonderes. Du bist etwas Besonderes.

➢ Verzichte auf deinen Stolz und vergib lieber gleich.

➢ Vererbe nicht die guten Sachen, die für andere vielleicht gar nicht den gleichen Wert besitzen, sondern benutze sie selbst.

➢ Verschenke lieber dein Kostbarstes: deine Zeit.

➢ Lebe jeden Tag ganz bewusst, weil du nicht wissen kannst, ob dies nicht dein letzter Tag werden wird.

➢ Gebrauche deinen Schmuck täglich oder zumindest immer dann, wenn du dich danach fühlst.

➢ Lebe mehr und putze weniger. Genieß deinen Garten und schau weniger nach dem Unkraut.

➢ Warte nicht auf einen besonderen Tag, um zu lieben.

➢ Spare nicht mit Lob. Arbeite weniger. Gönn dir die schönsten Sachen gleich. Zieh deine schönen Sachen auch zu Hause an, wenn dir danach ist. Oder zum Einkaufen im Supermarkt. Benutze dein bestes Parfum jeden Tag, wenn du Lust darauf hast.

➢ Verschieb nichts, was dir jetzt Spaß bereiten würde. Vielleicht kommt der Moment nie wieder zurück.

➢ Und vor allem: überlebe dein Geschirr und deine kristallenen Gläser.


Glück ist… es sich wert zu sein, kostbare Dinge jetzt zu benutzen.

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Streiche Begriffe wie „irgendwann“ und „eines Tages“ aus Deinem Wortschatz. Verwirkliche Deine Wünsche jetzt, denn „irgendwann“ oder „eines Tages“ ist es vielleicht zu spät.

Du kannst Dein Leben nur in der Gegenwart gestalten, nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Nur jetzt.
Heute, im sogenannten "Hier und Jetzt", stellst Du die Weichen für Dein Glück, nicht gestern und nicht morgen. Was hindert Dich daran, jetzt das zu tun, was Du gerne möchtest?

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Text: Pierre Franckh
Auszug aus dem Buch "Einfach glücklich sein"

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Gruß Hanne